BÜRGERINITIATIVE

BRELINGER BERG

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Raumwiderstände

Brelinger Berg
  • Der Brelinger Berg stellt als natur- und kulturhistorisch bedeutsame eiszeitliche Landschaft (Endmoräne) die höchste Erhebung im nördlichen Teil der Region Hannover dar. Auf der Kuppe errichtete Strommasten würden das Landschaftsbild weithin sichtbar negativ beeinträchtigen.
  • Der Brelinger Berg ist ein Vorranggebiet für ruhige Erholung gemäß dem Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) der Region Hannover und hat aktuell eine sehr hohe Bedeutung für die Naherholung im Norden des Ballungsraumes Hannover: Wandern, Spazierengehen (u.a. auf dem geologischen Lehrpfad), Freizeitreiten, Mountainbiken, etc. sind beliebte Aktivitäten zu Freizeit, Erholung und Umweltpädagogik.
  • Der Trassenkorridor SUEDLINK ALT_091 zerschneidet das Landschaftsschutzgebiet "Brelinger Berge" (H9).
  • Im Rahmen des EU-Programms zur Förderung im ländlichen Raum Niedersachsen/Bremen „PROFIL 2007-2013“ wurden im Brelinger Berg in erheblichem Umfang Maßnahmen zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung und zur Entwicklung naturnaher Laubwaldbestände (Unterpflanzung) durchgeführt. Durch die für eine Stromtrasse erforderlichen Rodungen würde das vom Land Niedersachsen initiierte und von der EU finanzierte Projekt ad absurdum geführt.
    Weiterhin würden Rodungen im Trassenbereich eine Waldumwandlung nach § 8 NWaldLG auslösen, für die umfangreiche Ersatzaufforstungen erforderlich wären. Dafür geeignete (landwirtschaftliche) Flächen stehen wegen Flächenknappheit nicht zur Verfügung.
  • Teilflächen des Brelinger Berges – insbesondere im Bereich des Totbruches - weisen eine besondere avifaunistische Bedeutung auf: Wachtelkönig und Uhu als Brutvögel, Kranichtrupps als Rastvögel und Weißstorch als regelmäßiger Nahrungsgast.
  • Die „Rieselmoorwiese“ mit Orchideenvorkommen ist als flächiges Naturdenkmal ausgewiesen.
Hannoversche Moorgeest
  • Die Naturschutzgebiete der Hannoverschen Moorgeest gehören als FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) zum europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000. Betroffen sind die FFH-Gebiete DE 3423-331 „Helstorfer, Otternhagener und Schwarzes Moor“ und DE 3424-301 „Bissendorfer Moor“. Eine Beeinträchtigung der Erhaltungsziele ist naturschutzrechtlich (§ 33 BNatSchG) zwingend zu vermeiden.
  • Derzeit werden EU-Fördermittel („Life“) in einer Größenordnung von 10 Mio. € in das Projektgebiet Hannoversche Moorgeest zur Erhaltung und Entwicklung der Moorlebensräume investiert. Ein Trassenkorridor zwischen den hydrologisch und als Biotopverbund in Verbindung stehenden Mooren ist mit den Erhaltungs- und Projektzielen unvereinbar (gilt für Freileitung und Erdkabel gleichermaßen).
  • Die Hannoversche Moorgeest incl. Moorrandbereichen, Verbindungs- und Pufferzonen ist vom Bundesamt für Naturschutz BfN als „Gebiet mit gesamtstaatlich-repräsentativer Bedeutung“ ausgewiesen. Der Trassenkorridor SUEDLINK ALT_091 zerschneidet dieses zusammenhängende Gebiet mittig.
  • Teilflächen der Hannverschen Moorgeest zählen zu den „für Brutvögel wertvollen Bereichen“ in Niedersachsen mit landesweiter, regionaler und lokaler Bedeutung.
  • Die Moorflächen gehören zur Gebietskulisse des Niedersächsischen Moorschutzprogramms.
  • Eine im Bereich des Trassenkorridors liegende Niedermoorwiese bei Resse ist als flächiges Naturdenkmal ausgewiesen.
Große Heide
  • Der Landschaftraum „Große Heide“ zwischen Negenborn, Brelingen, Wiechendorf und Resse stellt derzeit einen von größeren Infrastruktureinrichtungen freien, unzerschnittenen Raum dar. Eine Ausweisung als LSG - zusätzlich zum bestehenden LSG H36 Jürsenbach - ist beabsichtigt.
  • Die große Heide stellt einen wichtigen Rast- und Nahrungsraum von Zugvögeln und Nahrungsgästen (z.B. Kranichen) dar, der direkt durchschnitten würde (vgl. Stellungnahme des NABUs, Regionalverband Hannover vom 15.12.2014).
  • Teilflächen der Großen Heide zählen zu den „für Brutvögel wertvollen Bereichen“ in Niedersachsen mit landesweiter, regionaler und lokaler Bedeutung.
  • Der Jürsenbach ist Teil des Niedersächsischen Fließgewässerschutzsystems.
Sonstige Schutzobjekte und für den Naturschutz wertvolle Bereiche
  • Es existieren zahlreiche Lebensräume seltener Tierarten in der Wedemark: z.B. Weißstorchbrutpaare in Brelingen (Eichendamm) und Negenborn (Am Jürsenende), Kranichbrutpaare im Helstorfer Moor, im Schwarzen Moor, im Otternhagener Moor (sogar Lebensraum im Winter), Uhubrutpaar im Brelinger Berg, Schwarzstorch, Fischadler etc. (vgl. Stellungnahme des NABUs, Regionalverband Hannover vom 15.12.2014).
  • Betroffen sind außer den LSG H9 Brelinger Berge und H36 Jürsenbach in der Wedemark auch die LSG H63 Ellernbruch und H55 Blankes Moor.
  • Es sind zahlreiche gesetzlich geschützte Biotope (§ 30 BNatSchG) im Bereich von SUEDLINK ALT_091 vorhanden.
Weitere Mängel zum Planungsablauf bzw. zur Methodik des SUEDLINK-Projektes
  • Die Einwände aus der Wedemark sind im Antrag auf Bundesfachplanung nicht erwähnt worden, da in der Wedemark kein fristgerechtes Bürgerbeteiligungsverfahren erfolgte und auch die Verwaltungsinstanzen nicht in das Planungsverfahren einbezogen wurden.
  • Das Bündelungsgebot ist grob missachtet worden.
  • Ein Bürgerbeteiligungsverfahren, bei dem neue Trassenalternativen von Laien nach dem St.-Florians-Prinzip ins Gespräch gebracht werden können, ist aus unserer Sicht unseriös.
  • Die Kriterien für die Auswahl nachträglich eingebrachter Korridor-Alternativen sind offensichtlich andere als die ursprünglich verwendeten, sonst hätten diese Korridore von vornherein erkannt werden müssen. Es besteht dringender Bedarf zur Überarbeitung, Neudefinition und Anwendung einer transparenten Bewertungsmethodik.

Hinweis

Kennen Sie selbst auch noch Raumwiderstände, die Ihnen vielleicht bei Spaziergängen, Naturbeobachtungen oder einer Fahrradtour aufgefallen sind?

Dann teilen Sie uns diese bitte zeitnah mit. Wir werden sie in die Liste einarbeiten und an die entsprechenden Stellen weiterleiten.

Denken Sie daran: selbst der kleinste Hinweis kann sehr nützlich sein.

Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung!

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